Hund in Decke - Unterkühlung

Unterkühlung von Haustieren bei Operationen

Hypothermie – Unterkühlung

Bei Operationen besteht sowohl für Menschen als auch für Tiere die Gefahr einer Unterkühlung des Patienten, da die Narkosemedikamente die körpereigene Temperaturregulation aufheben. Schon bei einem leichten Abfall der Körpertemperatur sind die Patienten anfälliger für Komplikationen.

Vorbeugung einer Unterkühlung

Katze in Decke - UnterkühlungEs ist wichtig, schon vor der Operation einer Unterkühlung vorzubeugen – vor allem, wenn es ein längerer Eingriff sein soll. Bei niedrigen Außentemperaturen und Regen sollte das Tier vor der Operation aufgewärmt und getrocknet werden, zum Beispiel mit einer Heizdecke oder Wärmflasche. Beide sollten die gesunde Körpertemperatur des Tieres - bei Katzen und Hunden liegt diese zwischen 38 und 39°C - nicht übersteigen. Achten Sie darauf, dass die Wärmflasche nicht zu stark abkühlt und wechseln sie das Wasser regelmäßig. Schon das dauerhafte Absinken der gesunden Körpertemperatur um nur ein Grad gilt als Unterkühlung.

Gefahren der Unterkühlung

Durch eine Unterkühlung des tierischen Patienten ist das Risiko einer Wundinfektion während der Operation größer. Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Durchblutungs- oder Herzrhythmusstörungen treten bei einer Hypothermie vermehrt auf.

Wärmezufuhr gegen Unterkühlung

Eine ausgeprägte Untertemperatur kann schon während der Narkoseeinleitung entstehen. Daher sollte das Tier von vornherein mit ausreichend Wärme versorgt werden. Das gewährleisten Wärmematten, auf die das Tier gelegt wird, Wärmelampen sowie Wärmflaschen oder beispielsweise mit warmem Wasser gefüllte Gummihandschuhe, die in jeder Praxis vorhanden sind.
In unseren SmartVet Tierarztpraxen nutzen wir gerne Gummihandschuhe dafür und füllen sie mit 38 Grad warmen Wasser. Dieses muss natürlich immer wieder gewechselt werden, damit die Körpertemperatur des Tieres aufrechterhalten wird.

Überwachung und Monitoring

Von der Narkoseeinleitung bis hin zum Aufwachen des Patienten werden dessen Körperfunktionen überwacht. Mittels Narkose-Überwachungsgeräten werden Herztätigkeit, Atmung, Sauerstoffversorgung und eben die Körpertemperatur überwacht. Unter Narkose können Haustiere nicht durch Zittern auf eine Unterkühlung aufmerksam machen. Dieses Monitoring gibt eine wichtige Übersicht der Vitalfunktionen und dient der Sicherheit des Patienten.

Vorsicht bei der Wahl der Wärmequelle

Mops in DeckeBei der Sorge um die Vermeidung einer Unterkühlung sollte man sein Tier genauso vor einer eventuellen Überhitzung schützen. Es gibt verschiedene Arten von Wärmematten. Bei teuren Systemen wird eine Art beheiztes Wasserbett unter das Tier gelegt, welches gleichmäßige Wärme abgibt und eine Überhitzung vermeidet. Außerdem gibt es für Tiere spezielle Heizmatten, die sich ab einer bestimmten Temperatur abschalten oder eine festgelegte Temperatur nicht überschreiten.
Wenn der Patient wieder aus der Narkose erwacht und mit nach Hause genommen werden kann, ist eine weitere Wärmeversorgung, solange sich das Tier erholt, ratsam. Meist reicht es aus, das Tier zuzudecken – auch die Nase, damit warme Luft eingeatmet wird. Hier ist aber ein regelmäßiges Lüften nötig. Beim Einsatz von Wärmematten oder Heizkisten ist besondere Vorsicht geboten. Handelsübliche Heizkissen für Menschen sind nur bedingt geeignet, da diese sehr heiß werden können. Liegt das Tier längere Zeit bewegungslos darauf, kann es zu einem Hitzestau verbunden mit Verbrennungen kommen, die das Tier in seinem noch durch die OP geschwächten Zustand nicht sofort selbst bemerkt. Das Tier sollte nicht direkt auf der Matte liegen, es empfiehlt sich, ein Handtuch dazwischen zu legen. Die Temperatur sollte regelmäßig überprüft werden und 37 Grad nicht überschreiten.

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