Merlin der Lebensretter- Kater

Merlin der Lebensretter

Am Mittwoch, den 26.10.2011 wurde Bella,  eine 1-jährige Hauskatze, in unsere Praxis gebracht.  Der Vorstellungsgrund war ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden und mehrere Verletzungen. Außerdem hat sie das Futter verweigert.
 
Bella war die ganze Nacht draußen gewesen und als sie morgens in die Wohnung kam, bemerkten  ihre Besitzer sofort eine blutende Verletzung an der rechten Hinterpfote und ein geschwollener Ellbogen vorne links.
 
Sie wurde umgehend in ein Sprechzimmer geführt und die klinische Untersuchung zeigte uns das ganze Ausmaß:

Der Kreislauf von Bella war dramatisch, ihr Herz schlug viel zu schnell und viel zu flach, die Schleimhäute waren ganz blass und kalt.
Im weiteren Verlauf der Untersuchung stellte sich der geschwollene Ellbogen als riesiger Bluterguss heraus und auch aus einer kleinen Verletzung an der Hinterpfote tropfte noch das Blut.

Wir entschieden sofort, dass die Katze zur Stabilisierung bei uns bleiben musste.

Ein angefertigtes Röntgenbild war unauffällig, es zeigte sich lediglich ein angebrochener Ellbogen an der linken Seite.

Gegen Mittag verschlechterte sich der Allgemeinzustand rapide. Bella lag nur noch auf der Seite, hechelte und ihre Schleimhäute hatten gar keine Farbe mehr.

Außerdem blutete sie noch immer trotz Verbänden aus jeder Verletzung und auch der Bluterguss wurde immer schlimmer.

Ein kurzes Blutbild zeigte die erschreckende Situation:
Bella hatte keine Blutzellen mehr, die den Sauerstoff hätten transportieren können. Das war der Grund für ihren Zustand.

Wir entschieden uns, eine Bluttransfusion durchzuführen.

Dazu ließen wir Merlin, den stattlichen Kater unserer Kollegin Frau Jung, in die Praxis kommen.
Nach einer Probe, ob Bella das Blut auch verträgt, konnten wir ihr insgesamt 36ml Blut in die Vene geben, und mit jeder Portion besserte sich ihr Zustand.

Bei der letzten Runde mussten wir sie sogar richtig festhalten, weil sie das ständige Liegen einfach nur blöd fand. Auch fauchen konnte sie wieder, was wir ihr in diesem Ausnahmezustand nicht übel nahmen.

Merlin hat die ganze Prozedur unbeschadet überstanden und auch Bella befindet sich auf dem Weg der Besserung. Sie ist mittlerweile wieder zuhause, wo sie noch sehr viel schläft, aber gut und gerne frisst und auch schon wieder unter Aufsicht in den Garten gegangen ist.

Nächste Woche steht noch ein Kontrolltermin zum Blutabnehmen an, um die Ursache der ganzen Misere herauszufinden.
Aufgrund des klinischen Verlaufs, der nicht stattgefundenen Blutgerinnung und der Aussage der Besitzer, dass sowohl der Nachbar, als auch ein angrenzendes Klärwerk gerne mit Rattengift arbeitet, haben wir sie erst einmal mit einem Gegenmittel gegen das Rattengift behandelt.

Wir danken Merlin und wünschen Bella alles Gute und schnelle Genesung!
Ihr Praxis-Team Wiesbaden

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