Kater Sammy hatte einen schweren Unfall

Sammy ist ein zweijähriger Kater, der gerne und viel rausgeht, bisher aber immer wieder nach Hause gekommen ist.

Eines Tages rief ein Nachbar Sammys Besitzer aufgeregt an, da Sammy auf der Terrasse lag und eine große Verletzung am Po hatte.

Bei näherer Betrachtung konnte man sehen, dass ihm der komplette Schwanz fehlte und er noch ein paar Verletzungen an der Flanke und im Gesicht hatte.

Völlig aufgelöst brachten die Besitzer den Kater zu uns in die Praxis.

Sammy war total apathisch, ließ sich aufgrund der Schmerzen nicht anfassen, und befand sich in einem Schockzustand.

Als erste Maßnahme bekam er ein schnell wirksames und starkes Schmerzmittel (Morphium-ähnlich).  Nachdem die Wirkung eingesetzt hatte, wurde „Sammy“ entspannter, fast schläfrig und ließ sich ohne Probleme behandeln.

Sobald wir sicher gehen konnten, dass Sammy nicht noch zusätzlichen Stress bekam,  konnte der Venenkatheter gelegt werden, um den Kater mit Infusionen und Medikamenten zur Stabilisierung des Kreislaufes zu versorgen. Eine Narkose zur Versorgung wurde aufgrund der Schläfrigkeit des Patienten fast nicht mehr nötig, sodass wir uns nur für eine leichte Gasnarkose entschieden.

Beim Säubern der Wunde offenbarte sich das ganze Ausmaß: Sammy fehlte der komplette Schwanz, bis auf vier verbliebene Wirbel.

Die beim Abriss entstandene Hautwunde hatte die Größe von zwei Handflächen. Von oben schauten wir auf den Enddarm, die Analbeutel und den verbliebenen Wirbelkörper.
Da der Enddarm nicht zerrissen war, wurde die Wunde nur gereinigt und dann vernäht.

Zusätzlich zu dieser furchtbaren Verletzung  hatte er noch zwei oberflächliche Schürfwunden an der rechten Wange und an der Flanke. Alle Krallen waren abgeschabt und zerrissen.  Aufgrund der Befunde und der Schwere der Verletzungen gehen wir von einem Autounfall aus.

Zum Ausschluss weiterer Verletzungen wurden noch Röntgenbilder gemacht, aber da kamen zum Glück keine weiteren Befunde zum Vorschein.

Noch während der Behandlung von Sammy riefen die Besitzer an, sie hatten die Unglücksstelle gefunden und auch den verlorenen Schwanz am Straßenrand.

Sammy wurde mit stabilem Allgemeinbefinden nach Hause entlassen.

Die Besitzer müssen auf Kot- und Urinabsatz achten, da es durch das Trauma durchaus auch zu Nervenschäden kommen kann, die die Blasen- und Darmfunktion beeinträchtigen können.

Die Nachkontrollen verliefen alle sehr gut, ab dem dritten Tag verweigerte er erfolgreich die Tabletteneingabe und er wurde immer munterer.

Eine kleine Stelle in der Wundnaht hielt leider nicht, sodass diese Stelle (ca. fingernagelgroß) von selbst zuheilen musste, was aber drei Wochen nach dem Unfall geschehen ist.

Nach 2 Wochen wurden die Fäden gezogen und jetzt nach drei Wochen darf er wieder raus.

Wir wünschen Sammy weiterhin gute Besserung und hoffen, dass er Straßen zukünftig meidet.

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