Leishmaniose

Canine Leishmaniose als Reisekrankheit

Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Krankheit und kann sowohl den Menschen als auch Tiere betreffen. Verbreitet ist sie vor allem in warmen bis tropischen Regionen. Nach Deutschland gelangt die Krankheit meist über den Mittelmeerraum. Betroffen sind vor allem Haushunde. Bei ihnen spricht man von der Caninen Leishmaniose.

Was ist Leishmaniose?

Leishmaniose ist eine Infektionserkrankung, die vor allem durch Sandmücken übertragen wird. Diese Mücken kommen durch die Klimaerwärmung auch zunehmend in Deutschland vor, wodurch es hierzulande auch verstärkt Fälle der Krankheit bei Tieren, aber auch beim Menschen gibt. Auch die Übertragung über die Plazenta im Mutterleib ist möglich. Die Erreger, Leishmanien, befallen die weißen Blutkörperchen im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders die Leber, Milz und Nieren. Das angebohrene Immunsystem wird lahmgelegt. Daher führt führt die Krankheit unbehandelt in der Regel zum Tod des Tieres. Die Inkubationszeit kann von drei Monaten bis zu sieben Jahren dauern.

Leishmaniose als Urlaubs-Mitbringsel

Man verbringt den Sommerurlaub am Meer und sucht die Erholung, die man sich verdient hat. Nicht selten begegnet man streunenden Hunden, die um die Hotelanlage streifen oder sich in ängstlich geduckter Haltung der Strandliege nähern. Sie haben Hunger und wollen ein paar Streicheleinheiten. Man wirft ihnen die Reste vom Essen hin oder man stellt ihnen etwas Wasser vor die Tür. Dann reisen wir Urlauber wieder ab, der nächste wird sich weiter um diese Hunde kümmern.
Immer öfter adoptieren Urlauber einen dieser Hunde und bringen ihn mit nach Deutschland und stellen erst nach einiger Zeit fest, dass mit ihrem Hund etwas nicht stimmt.

Ansteckung mit Leishmaniose

Wenn Sie Ihren Hund mit in den Urlaub ans Mittelmeer nehmen, kann es natürlich auch sein, dass dieser von einer Sandmücke gestochen und infiziert wird.
Unabhängig davon, ob Sie einen Hund aus dem Süden mitgebracht haben oder Ihren Hund mit in den Urlaub genommen haben, ist es ratsam, mit Ihrem Hund auch ohne Auftreten von Symptomen den Tierarzt aufzusuchen und auf Leishmaniose untersuchen zu lassen.

Symptome der Leishmaniose

Die meisten betroffenen Hundebesitzer lernen diese Krankheit erst kennen, nachdem ihr Hund und sie eine längere Leidensgeschichte hinter sich haben. Die Leishmaniose ist im deutschen Sprachraum (noch) nicht heimisch. Daher suchen die meisten Tierärzte, denen sie ihr Tier vorstellen, zunächst einmal nach anderen Ursachen oder behandeln vorrangig die Symptome.

Erste, sehr unspezifische Symptome einer klinischen Leishmaniosemanifestation können Durchfall, Lahmheit, sowie allgemeine Trägheit und Appetitlosigkeit, begleitet von schleichendem Gewichtsverlust sein. Die Tiere vertragen Hitze schlecht, ermüden leicht und hecheln viel.

Ausfransen der Ohren

Ein spezifisches Symptom ist das „Ausfransen“ der Ohren, also leichtes und mehrfaches Einreißen der Ohrränder. Begleitet wird dieses Einreißen der Ohrränder häufig von Schuppenbildung, erst auf den Ohren, dann auch am Kopf, und schließlich am ganzen Körper.

Hautveränderungen

Hautläsionen sind das häufigste klinische Erscheinungsbild, aber auch sehr variabel. Offene kleine Hautwunden finden sich oft zuerst an der Innenseite der Ohren, aber auch an anderen Körperstellen. Diese Wunden sind meist kreisrund und verheilen schlecht. An Leishmaniose erkrankte Hunde aus Griechenland haben häufig trockene Verkrustungen am Kopf, Hunde aus Süd-Spanien und Portugal eher offene Wunden an den Beinen, besonders im Bereich der Gelenke, aber auch an den Pfoten. Völlig unverkrustete Läsionen an der Nase sind typisch bei spanischen Hunden. Hunde aus Sizilien haben häufig mehr und größere Wunden als Hunde aus anderen Regionen.

Überlange Krallen

Häufig wird ein beschleunigtes Krallenwachstum bei an Leishmaniose erkrankten Hunden beobachtet. Die Krallen wachsen schneller, als sie abgelaufen werden können und werden leicht brüchig. Hinzu kommt, dass erkrankte Hunde ohnehin ruhiger werden und weniger laufen. Wenn die Krallen nicht gekürzt werden, biegen sie sich schließlich zur Seite um, was zusätzliche Probleme bei der Pfotenstellung und beim Laufen verursacht. Auch besteht die Gefahr des Hängenbleibens und Abreißens der Krallen. Das ist für den Hund sehr schmerzhaft und heilt oft schlecht.

Augenveränderungen

Die Augenerkrankungen variieren sehr stark. Die häufigste ist die Entzündung der Augenlider in Zusammenhang mit Hautläsionen im Gesicht. Häufig beobachtet man eine Entzündung von Hornhaut und Bindehaut in beiden Augen gleichzeitig. Bei einigen Hunden kommt es zu einer beidseitigen Entzündung der Iris, teils in Verbindung mit einem Hornhautödem und der Verklebung der Iris mit der Netzhaut oder der Linse. Letztlich können Entzündungsherde zu einer Ansammlung von bestimmten Zellen führen und dadurch die Sehkraft deutlich beeinträchtigen.

Haarausfall

Als Folge der Hautveränderungen, parallel oder unabhängig davon, kommt es zu Haarausfall. An den Hinterbeinen fallen Haare auch büschelweise aus, häufig bei Hunden aus Spanien und Italien. Ein nahezu völliger Haarausfall ist bei griechischen Hunden zu beobachten. Bei spanischen und italienischen Hunden wiederum ist eine sogenannte „Brillenbildung“, ein Haarausfall um die Augen herum, signifikant.

Lokale oder allgemeine Lymphknotenschwellung

Es sind meist zwei oder mehrere Lymphknoten angeschwollen. Die Kniekehlen-Lymphknoten sind als erste gut tastbar vergrößert. Bei kurzhaarigen Hunden können sie später auch unter der Haut sichtbar sein.

Nasenbluten

Etwa 5-10% der Leishmaniose-infizierten Hunde leiden unter Nasenbluten. Besonders häufig sind Schäferhunde und deren Mischlinge betroffen. Die Ursache dieses Nasenblutens ist bislang noch nicht geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass dieses Nasenbluten durch eine Entzündung und Hautveränderungen der angegriffenen Nasenschleimhaut hervorgerufen wird.

Geruch

Tiere mit Leishmaniose im fortgeschrittenen Stadium können einen sonderbaren, faulig oder kotig erscheinenden Geruch absondern, sowohl am ganzen Körper, wie auch aus dem Maul. Sie „stinken“ regelrecht. Dies ist immer ein Alarmzeichen für eine schwere Beeinträchtigung von Nieren, Leber oder anderen inneren Organen.

Innere Probleme

Diese sieht man dem Hund natürlich nicht unbedingt von außen an. Wir führen sie hier aber trotzdem auf, da Blutuntersuchungen beim Tierarzt manchmal aus anderen Gründen gemacht werden, abweichende Werte aber nicht unbedingt sofort einer Leishmaniose zugeordnet werden.

Anämie

Im Blutbild ist häufig ein niedriger Hämatokrit- (Prozentsatz der festen Blutbestandteile) und Hämoglobinwert (roter Blutfarbstoff) auffällig, die eine Anämie zeigen. Sie können Anhaltspunkte dafür selbst feststellen, wenn Sie das Zahnfleisch Ihres Hundes kurz mit dem Daumen eindrücken. Es muss sich dann sofort wieder rosa färben. Blasse Schleimhäute und eine verzögerte Rückfärbung können Anzeichen für eine Anämie sein.

Leber- Milz- und Nierenschäden

Die Leishmanien siedeln sich innerlich in der Leber, der Milz und den Nieren an. Außerdem befallen sie das Knochenmark. Den Grad der Schädigung kann man anhand einiger Laborwerte abschätzen. Eine Vielzahl der Medikamente, die zur Therapie der Leishmaniose eingesetzt werden, schädigen die inneren Organe zusätzlich. Ein im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auftretendes Nierenversagen ist häufig die Todesursache Leishmaniose-infizierter Hunde.

Behandlung der Leishmaniose

Hunde sind bei einer Leishmaniose wesentlich therapieresistenter als Menschen. So ist eine komplette Zerstörung der Leishmanien sehr selten möglich. Daher bleibt oft eine chronische Erkrankung mit häufigen Rückfällen. Je nach Ausprägung ist in den meisten Fällen nach der Behandlung ein glückliches und unbeschwertes Leben Ihres Hundes möglich.

Der Leishmaniose vorbeugen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihren Hund vor einer Infektion zu schützen. So gibt es Spot-on Präparate und Halsbänder, die Ihr Tier vor Stichen der Sandmücke bewahren. Der sicherste und neuste Weg ist aber eine Impfung.

Impfen gegen Leishmaniose

CaniLeish ist ein Produkt der neusten Impfstofforschung. Es gilt als erster Impfstoff in Europa gegen Leishmanien, mit nachgewiesener Wirksamkeit. Die Grundimmuniesierung besteht aus 3 Injektionen im 3 Wochenintervall. Die Immunität beginnt 4 Wochen nach der letzten Grundimmunisierung. Bevor Ihr Hund geimpft wird, sollte er entwurmt worden und mindestens 6 Monate alt sein.

Leishmaniose gewinnt auch in Deutschland als Reisekrankheit an Bedeutung und Tiere die in den Süden reisen, benötigen eine Prophylaxe. Gerne geben unsere SmartVet Tierärzte Ihnen mehrere Informationen über Leishmaniose und die Impfung gegen diese. Unsere Tierärzte haben an einer Schulung über Leishmaniose teilgenommen und sind Experten auf diesem Gebiet.

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