KMF-Editorial

Liebe Leserinnen und Leser des KMF – Telegramms!

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Zeitnah zum Welttuberkulosetag erscheint die 2. Ausgabe 2011 unseres Newsletters. Der Welttuberkulosetag wurde am Vorabend durch das "Wissenschaftliche Symposium zum Welttuberkulosetag" in Berlin eingeleitet, das vom Koch - Metschnikow - Forum in diesem Jahre zum 5. Male organisiert worden ist. Diese Tagung hat sich zu einer ständigen internationalen Konferenz für Tuberkulosespezialisten entwickelt.
Um welche Themen es dieses Jahr ging, lesen Sie unter der Rubrik "Im Fokus".
Der in dieser Nummer wiedergegebene Medizinreport aus dem Deutschen Ärzteblatt berichtet über die 2. Nationale Impfkonferenz in Stuttgart, die sich damit beschäftigt hat, die bestehenden Lücken in der Durchimpfungsrate in Deutschland aufzuzeigen.
Das für Deutschland und Russland gleichermaßen bedeutsame Thema "Krankenhausinfektionen" wird in dem zweiten hier beigegebenen Medizinreport aus dem Deutschen Ärzteblatt anhand eines Berichtes über die "Kiss - Studie" gewürdigt.
Unser Mitglied Rolf-Dieter Müller, ehemaliger Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin, hat einen Beitrag über das Deutsche DRG-System für die Abrechnung von Krankenhausleistungen durch Krankenkassen verfasst, ein Thema, das auch in Russland hohe Aktualität genießt.
Gleichzeitig freuen wir uns, Ihnen zeitgleich zum Erscheinen unseres 2. KMF-Telegrams unsere neue Website vorstellen zu können. Sie ist nach neuesten Gesichtspunkten modernisiert und für unsere Leserschaft ansprechend und interessant aufbereitet. Mehr über den Relaunch lesen Sie unter der Rubrik "KMF Interna".
www.koch-metschnikow-forum.de
Wir hoffen, Ihnen hiermit und in Form weiterer Beiträge im 2. KMF-Telegramm nützliche und anregende Informationen zu bieten.
Es grüßt Sie alle aus Berlin!
Professor Dr. Helmut Hahn,
Vorsitzender des Koch-Metschnikow-Forums
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Koch-Metschnikow-Forum (KMF)
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstr. 58/59
D-10117 Berlin
Tel. +49 30 234 577 22
Fax +49 30 234 577 21
Mobil +49 163 269 49 71
Email presse@koch-metschnikow-forum.eu
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IM FOKUS DES KMF

Symposium: On the move against childhood tuberculosis – transforming the fight towards elimination
Von Dr. med. Dr. PH Timo Ulrichs, Leiter der Tuberkulosesektion des KMF

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2007 veranstaltete das Koch-Metschnikow-Forum (KMF) erstmals ein wissenschaftliches Symposium zum Welttuberkulosetag. Anlass war das Ministerforum zur Tuberkulose im Oktober desselben Jahres, bei dem die Berliner Erklärung zur Tuberkulose verabschiedet wurde. Diese bildet auch heute noch die Grundlage für Partnerschaftsprojekte zur Tuberkulosekontrolle in der WHO-Euro-Region. Die bisher vom KMF durchgeführten Symposien hatten jeweils wechselnde inhaltliche Schwerpunkte.
2007: 125-Jahrfeier des Vortrages von Robert Koch am 24. März 1882 und inhaltliche Vorbereitung des Ministerforums und der Berliner Deklaration zur Tuberkulose;
2008: Aktueller Forschungsstand in Diagnostik, Therapie und Prävention der Tuberkulose;
2009: Public Health-Maßnahmen in der Tuberkulosekontrolle;
2010: Austausch der Expertise in der Tuberkulosekontrolle zwischen Südafrika und Osteuropa
Das Symposium des KMF zum Welttuberkulosetag des Jahres 2011, das am 21. und 22. März dieses Jahres in Berlin stattfand, befasste sich schwerpunktmäßig mit der Bekämpfung der Kindertuberkulose. Das Symposium wurde am 21. März durch Grußworte des Bundesministeriums für Gesundheit (MinR O. Schulte), des Russischen Föderalen Gesundheitsministeriums (V. Aksenova), des WHO-Euro-Büros (O. Gozalov), des Robert Koch-Institutes (W. Haas) und des Koch-Metschnikow-Forums (H. Hahn) eröffnet.
Die erste Session behandelte die aktuelle Situation der Kindertuberkulose mit Vorträgen zur Situation in der WHO-Euro-Region, in der EU und in Deutschland. Die drei Übersichtsvorträge zeigten eindrücklich, wie gut die Kindertuberkulose als Indikator für die Qualität der Bekämpfung der Tuberkulose insgesamt herangezogen werden kann. In Hochprävalenzländern mit funktionierender Diagnostik und Tuberkulosekontrolle sind die Kindertuberkuloseraten niedrig. In der folgenden Session stellten Partnerländer des KMF ihre Situation der Kindertuberkulose sowie die jeweiligen Bekämpfungsstrategien vor. Dazu gehörten Moldau, Armenien, Georgien und Russland.
Am Abend des 21. März wurde der erste wissenschaftliche Tag des Symposiums durch zwei Festvorträge beschlossen. Der erste Vortrag stellte die state-of-the-art der Kindertuberkulose anhand des deutschen Modells vor (K. Magdorf). Der zweite Vortrag behandelte den Einfluss der Tuberkulose auf die Geschichte (T. Ulrichs). Nach den Festvorträgen wurde eine Fotoausstellung der Lilly MDR-TB Partnership im Foyer des Langenbeck-Virchow-Hauses eröffnet.
Am 22. März wurden zunächst die Länderpräsentationen durch spezifische Vorträge zu Einzelbeispielen etwa aus St. Petersburg oder Chisinau fortgesetzt. In der Session zu Präventionsstrategien wurden die Aktivitäten und die aktuellen Probleme der Tuberkulosefürsorge in Berlin vorgestellt und diskutiert, aber auch der aktuelle Stand der Entwicklung eines neuen Impfstoffes (Vakzine Projekt Management, VPM Hannover) und eine Studie zur latenten Tuberkuloseinfektion in Hamburg (DZK, Berlin).
Breiten Raum nahmen die Beiträge zum aktuellen Stand der Tuberkulosediagnostik und -therapie ein. Sowohl von der praktischen Diagnostik wurden aktuelle Beiträge vorgestellt (mikrobiologische Diagnostik des NRZ für Mykobakterien Borstel und Bronchoskopie an der Charité Berlin) als auch von Diagnostikfirmen (wie Becton Dickinson Diagnostics und Hain Lifesciences). Letztere Vorträge lieferten den aktuellen Stand in der allgemeinen Tuberkulosediagnostik und der neuen Verfahren. Bezüglich der Therapie wurde seitens der TB Alliance der aktuelle Stand der neuen Medikamente in der Entwicklungs-"Pipeline" vorgestellt und von Bayer Healthcare die Zwischenergebnisse der klinischen Studie zur Verwendung von Moxifloxacin in der Tuberkulosetherapie. Die beiden Working-sessions 5 und 6 behandelten neue Strategien in der Bekämpfung der Kindertuberkulose und politische Rahmenbedingungen für gemeinsame Projekte mit Partnern in Osteuropa. Hier ist besonders der Bericht von der Kindertuberkulosekonferenz des ECDC in Stockholm hervorzuheben, der wenige Tage zuvor unter Beteiligung internationaler Experten stattfand, und der Call for Action der International Union Against Tuberculosis and Lung Diseases (IUATLD) hinsichtlich einer Eindämmung der Kindertuberkulose weltweit.
CALL TO ACTION for CHILDHOOD TB
Die Vorträge von Vertretern von KNCV stellten eindrücklich die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im NGO-Bereich dar, insbesondere zwischen KMF und KNCV bei Projekten mit osteuropäischen Partnern. Die Erfahrungen in den einzelnen Partnerländern des KMF und die Ergebnisse des ECDC-Meetings zeigen, dass auch im Bereich Advocacy dringender Handlungsbedarf besteht, um die politischen Entscheidungsträger auf die Kindertuberkulose hinzuweisen und für ihre Bekämpfung zu werben.
Insgesamt nutzte das KMF das Symposium für den lebhaften wissenschaftlichen Austausch zwischen Ärzten, Labormedizinern, Wissenschaftlern, der Industrie und der Politik. Es konnten mehrere Partnerprojekte für klinische Studien mit Partnern in Russland und in der Republik Moldau vereinbart werden. Darüber hinaus war das Symposium Anlass, die Zusammenarbeit zwischen KMF und KNCV weiter voranzutreiben. Im Rahmen von Masterarbeiten in Kooperation mit der Berlin School of Public Health und im Rahmen der Universitätspartnerschaft mit der Tbilisi State Medical University (TSMU, Georgien) konnten wissenschaftliche Partnerprojekte vorangetrieben werden.
Das Sechste Symposium 2012 wird fünf Jahre nach der Verabschiedung der Berliner Deklaration zur Tuberkulose die Evaluation ihrer Umsetzung als wissenschaftlichen Schwerpunkt haben.

DER KMF MEDIZINREPORT

Nosokomiale Infektionen und multiresistente Erreger in Deutschland
Nationale Impfkonferenz: Durchimpfungsraten bereiten Sorge.

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DER KMF BRÜCKENSCHLAG

I. Das DRG-System in Deutschland: Hintergrundbericht über das deutsche Abrechnungsmodell für stationäre Krankenhausleistungen

Von Rolf Dieter Müller, Vorsitzender des Vorstandes a.D. AOK Berlin
In Deutschland werden Krankenhäuser nach dem sogenannten dualen System finanziert. Damit wird eine Trennung zwischen den Investitionskosten und den Betriebskosten vor-genommen. Die Investitionskosten werden aus öffentlichen Haushaltsmitteln der föderalen Bundesländer finanziert. Zu den Investitionskosten werden insbesondere die Ausgaben für den Bau sowie die baulichen Veränderungen und die technische Ausstattung (z.B. OP’s, Medizintechnik, Haus und Bürotechnik) gerechnet. Demgegenüber sind die Betriebskosten (z.B. Medizinische und Pflegerische Behandlung, Unterbringung und Verpflegung) von den Nutzern oder deren Krankenversicherungen zu zahlen. Auf der Grundlage dieser Trennung wird für den Betrieb des Krankenhauses jährlich eine vertragliche Vereinbarung zwischen den Krankenkassen und den Krankenhäusern über die Leistungsmenge und die sich daraus ergebenden Erlöse für jedes einzelne Krankenhaus individuell getroffen.
Hinsichtlich der Finanzierungssysteme bestehen gegenwärtig noch zwei unterschiedliche Berechnungsmodalitäten. Für die Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen erhält das Krankenhaus für jeden Behandlungstag einen Pflegesatz, der individuell für die jeweilige Klinik nach Wirtschaftlichkeitsgrundsätzen ermittelt wird. Die Vergütung für somatische Erkrankungen wird nach dem DRG-System (Diagnosis Related Groups) ermittelt.
Bei dem DRG-System handelt es sich um ein Patientenklassifikationssystem, bei dem diagnosebezogene Fallgruppen zusammengeführt und entsprechend des Ressourcenverbrauchs bewertet werden. Optional konnten die Krankenhäuser ab dem Jahr 2003 diese Vergütungsform wählen. Die verbindliche Einführung mit einer Konvergenzphase begann 2004. Dieser Lösungsansatz sollte den Krankenhäusern ermöglichen, übergangsweise ohne Bruch der Finanzierungsbasis dieses neue Abrechnungsmodell einzuführen.
Ordnungspolitisch sollte mit dem Vergütungssystem erreicht werden:
- Erhöhung der Transparenz
- Berücksichtigung des Schweregrades der Fälle und der Leistungsstruktur…
- medizinisch-leistungsgerechte Verteilung der finanziellen Ressourcen
- allgemein gültige Vergleichsbasis
- Darstellung der Wirtschaftlichkeit
In Deutschland sind die DRG’s als Finanzierungsinstrument eingeführt worden, wobei im Vergleich zu anderen Ländern sämtliche Behandlungen mittels dieses Vergütungsmodells bezahlt werden. Dabei ist das Modell als "lernendes System" angelegt, womit jährliche Anpassungen sowohl hinsichtlich der Bewertungshöhe sowie der zahlenmäßigen Anpassung der DRG’s vorgenommen werden. Beispielhaft sei darauf verwiesen, dass zum Zeitpunkt der Einführung im Jahre 2003 insgesamt 664 DRG’s ausgewiesen wurden und im Jahre 2010 bereits 1200 DRG’S bestehen. Auf der Grundlage der Haupt- und Neben-Diagnosen (nach ICD 10) werden die für die Behandlung der Krankheit erforderlichen Prozeduren (OPS) ermittelt und anhand weiterer wichtiger Parameter (z.B. Alter, Komplikationen, Beatmungsstunden u.a.) über den Einsatz eines Groupers wird die jeweilige DRG-Fallpauschale unter Berücksichtigung von Relativgewicht und Basisfallwert preislich dargestellt. Das Ergebnis bildet somit Fallschwere und Bewertungsrelationen für den Personal- und Sachkosteneinsatz ab. Über die Bewertungsrelationen wird in erheblichem Maße die Vergütungshöhe (Case mix) ermittelt und die ökonomische Vergleichbarkeit hergestellt. Neben den DRG’s werden Zusatzentgelte für besondere Versorgungsleistungen im Rahmen der stationären Behandlung vergütet. Damit soll sichergestellt werden, dass besondere Behandlungen leistungsgerecht unter wirtschaftlicher Nutzung vergütet werden.
Der Basisfallwert wird in jedem Bundesland zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeitsgrundsätzen vereinbart.
Beispiel für eine DRG-Vergütung: Einfache Tonsillektomie unter Berücksichtigung der Ermittlungsfaktoren bei einer Bewertungsrelation von 0,713 und einem angenommenen Basisfallwert von 2700 wird folgender DRG-Preis fällig: 0,713 x 2700 € = 1925,10 €.
Die Ergebnisse des Vergütungssystems:
- Das Vergütungssystem führt zu einer sachgerechten, der Schwere der Behandlung der erforderlichen Bezahlung
- Die wirtschaftliche Verwendung der eingesetzten Ressourcen bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität wird belohnt
- Durch die Einführung der DRG hat sich die Verweildauer im Krankenhaus deutlich reduziert
- Der Wettbewerb unter den Krankenhäusern um eine bessere wirtschaftliche und qualitative Versorgung wurde erhöht
- Ungerechtigkeiten der bisherigen Abrechnungssysteme wurden weitgehend abgeschafft

II. Erstes deutsch-russisches Seminar zur Arzneisicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit

Von Prof. Dr. med. Edeltraut Garbe, Head of the Department of Clinical Epidemiology, Institute for Prevention Research and Social Medicine, Bremen und Dr. med. Christof Schaefer, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben, Berlin
Vor Beginn des Seminars am 24.2.11 lud der Rektor der Akademie, Prof. A. Shabrov, zu einem Empfang, an dem u.a. die Leiterin der Abteilung für klinische Pharmakologie, Prof. Aleksandra Burbello, und ihre Mitarbeiterin und Seminar-Organisatorin Dr. Ksenia Zagorodnikova sowie die deutschen Referenten Edeltraut Garbe, Bremer Institut für Prävention und Sozialforschung (BIPS), Universität Bremen und Christof Schaefer, Pharmakovigilanzzentrum Embryonaltoxikologie BBGes/Charité Berlin teilnahmen. Auf diesem Empfang stellten die verschiedenen Teilnehmer ihre Institutionen und ihre Arbeit und Forschungstätigkeit vor. In dem Gespräch wurde die Bedeutung einer unabhängigen Forschung zu Risiken von Arzneimitteln in der Schwangerschaft erörtert. Gesetzliche Regelungen in der EU wie z.B. Risikomanagement-Pläne bei Zulassung von neuen Arzneimitteln wurden diskutiert.
Das Seminar stand unter dem Thema: "Drug safety in pregnancy and lactation. Current state and methodologies”. Es kamen über 100 Teilnehmer, die in der Geburtshilfe und Gynäkologie, Klinischen Pharmakologie, Humangenetik, Fehlbildungsdokumetation und Pharmakovigilanz tätig sind und aus verschiedenen Teilen Russlands angereist waren.
Das Seminar wurde mit einem Grußwort des Rektors eröffnet, in dem er die Bedeutung des Themas und den historischen Charakter dieser ersten gemeinsamen Veranstaltung an der Medizinischen Akademie würdigte. Der Rektor verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies Seminar nur der Anfang einer Reihe von Seminaren zu diesem Thema sei und der Austausch zukünftig fortgesetzt wird.
Insgesamt bestand das Seminar aus 10 Vorträgen (6 russisch, 4 deutsch), die übersetzt wurden. Chr. Schaefer sprach einleitend die grundlegenden Unterschiede der Arzneitherapie in der Schwangerschaft an, zu denen Änderungen der Pharmakokinetik, die irreführenden Warnhinweise mit dem als juristisch heikel erachteten Off-label-Use gehören. Er verwies auf die auch unabhängig von Arzneimitteln bestehenden Risiken für angeborene Fehlbildungen hin und den Beitrag von Arzneimitteln zu angeborenen Entwicklungsstörungen. Schließlich gab er einen Überblick zur aktuellen Diskussion um teratogene Medikamente und der Schwierigkeit, sich anhand einzelner Studienergebnisse ein Bild vom tatsächlichen Risiko einer Medikation in der Schwangerschaft machen zu können. Anschließend illustrierte A. Burbello verschiedene Aspekte der Pharmakokinetik in Schwangerschaft und Stillzeit, verwies auf diesbezügliche individuelle Unterschiede und auf Arzneimittelinteraktionen. In weiteren Vorträgen wurde auf pharmakogenetische Aspekte in der Schwangerschaft eingegangen und auf Erfahrungen in der Region St. Petersburg mit der Dokumentation von Arzneimittelwirkungen in der Schwangerschaft sowie auf die Registratur von Fehlbildungen bei Neugeborenen. Auf Wunsch der Organisatoren stellte anschließend Chr. Schaefer die Bemühungen in der EU vor, eine transparentere Beschreibung tatsächlicher Arzneirisiken in Schwangerschaft und Stillzeit für die Produktinformationen der Medikamente durchzusetzen.
In diesem Zusammenhang wurde eine 2008 von der europäischen Zulassungsbehörde EMEA in London veröffentlichte "Guideline" vorgestellt und unter praktisch-klinischen Gesichtspunkten diskutiert. Außerplanmäßig stieß Prof. Bergmann als Koordinator des Petersburger Dialogs zum Seminar und ging auf die besondere Relevanz des Themas ein, so u.a. auch auf die juristischen Aspekte der Arzneisicherheit in der Schwangerschaft mit einem kurzen Rückblick auf die Contergan-Affäre.
In einem weiteren Vortrag wurde die regionale Pharmakovigilanztätigkeit in Nordwestrussland vorgestellt. Anschließend beschrieb E. Garbe die Möglichkeit, anhand großer Datenbanken der Krankenkassen Auswirkungen einer Medikation in der Schwangerschaft auf das Neugeborene und den Schwangerschaftsverlauf zu untersuchen. Derartige Studien wurden bisher vorwiegend in Skandinavien durchgeführt. Sie erörterte eingehend Vor- und Nachteile dieser Methodik, die vor allem aufgrund der großen Kohorten einen interessanten Ansatz darstellt. In einem weiteren Beitrag ging Chr. Schaefer auf die einzelnen Aktivitäten so genannter klinisch-teratologischer Zentren, wie das Pharmakovigilanzzentrum Embryonaltoxikologie in Berlin ein, das seit über 20 Jahren mit anderen Zentren in Europa und Nordamerika kooperiert.
Im Vordergrund steht die Beratung von klinisch tätigen Ärzten zur Vermeidung von Fehlentscheidungen im Zusammenhang mit der Therapie Schwangerer. Ebenso wichtig ist der Forschungsaspekt, der auf Auswertung exponierter Schwangerschaftsverläufe beruht, die anlässlich einer Beratung dokumentiert werden. Schließlich kommt es auf die adäquate Interpretation und verständliche Kommunikation von Arzneimittelrisiken an und, da zahlreiche Zentren in Europa und Nordamerika um ihr Überleben kämpfen, auf wirksame Lobbyarbeit gegenüber Politikern, die häufig diese wichtigen Aspekte der Mutter-Kind-Gesundheit mit lebenslangen Konsequenzen einer mütterlichen Arzneitherapie für das (noch) ungeborene Kind unterschätzen und die präventionsmedizinische Relevanz von Embryotox-Zentren erst kennenlernen müssen als Ratgeber für Ärzte, die unabhängig von der pharmazeutischen Industrie arbeiten.
Als bereits erfolgreiche Beispiele deutsch-russischer Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang verwies Chr. Schaefer auf die Internetseiten www.embryotox.ru und www.embryotox.de, die Arzneiinformationen zur Schwangerschaft frei zugänglich anbieten und über ein verwandtes Webdesign ihre gemeinsamen Wurzeln deutlich machen. Er äußerte die Hoffnung, dass die zweite russische Auflage des von ihm mit herausgegebenen Fachbuchs zur Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht nur eine Übersetzung ins Russische darstellt, wie die jetzige 1. Auflage, sondern von einem russischen Mitherausgeber bearbeitet wird und damit ein zweites wichtiges Kooperationsprojekt darstellen könne.
Abschließend stellte K. Zagorodnikova ihre Arbeit im noch recht jungen Embryotox-Zentrum in St. Petersburg vor, das nach erheblichen infrastrukturellen Vorbereitungen seine Arbeit aufgenommen hat und auch mit dem Moskauer Zentrum für Embryonaltoxikologie und der europäischen Fachgesellschaft klinisch-teratologischer Zentren ENTIS kooperiert.
Das Echo auf dieses erste deutsch-russische Seminar zur Arzneisicherheit in der Schwangerschaft war nach Angaben der Organisatorin sehr positiv. Zahlreiche Teilnehmer meldeten sich hinterher. Sie selbst verabredete auf einem Treffen am darauffolgenden Wochenende im Moskauer Embryotox-Institut eine engere Zusammenarbeit mit den dortigen Kolleginnen einschließlich einer gemeinsamen Posterpräsentation auf dem Ende März in Jerusalem statt findenden Jahreskongress klinisch-teratologischer Zentren. Schließlich erhielt die Organisatorin zwei Kooperationsangebote von einem russischen Fehlbildungsregister und im Bereich neonatale Genetik.

III. Neue Horizonte: Innovationen und Zusammenarbeit in der Medizin und im Gesundheitswesen. Ein Bericht über das Fachsymposium Rehabilitation und Pflege am Rande der IX. Jahreskonferenz des KMF
Von Dr. h.c. Ramona Schumacher, KMF-Mitglied/Koordinatorin der Themenbereiche Pflege und Medizinalbereiche
Innerhalb der IX. Deutsch-Russischen Koch-Metschnikow Konferenz im Dezember 2010 fand in den Räumen der Novosibirsker Gebietsklinik das Fachsymposium Rehabilitation und Pflege statt. Den Vorsitz hatten L. Golobava, Pflegedirektorin der gastgebenden Klinik, S. Domakshina, Direktorin einer der ortsansässigen pflegerischen Ausbildungsstätte, und Dr. h.c. R. Schumacher, Koordinatorin für den Bereich der Pflege und Medizinalfachberufe des KMF.
Über sechzig Teilnehmer konnten aus der Stadt und dem Oblast Novosibirsk, aber auch aus Ostsibirien begrüßt werden.
Vorträge zu folgenden Themenschwerpunkten wurden präsentiert:
- Optimierung des Pflegedienstes
- Innovationsansätze für die Entwicklung des Systems für Aus-,Fort- und Weiterbildung der Pflege
- Bildung der Kompetenzen für die Organisation der professionellen Pflege von Psychiatrie- und Neurologie Patienten bei Absolventen der Pflegeschule
- Pflege schwerkranker Patienten
- Moderne Ansätze in der Rehabilitation und Pflege
- Erfahrungen bei der Ausbildung der Pflege
Entsprechend den erbetenen Schwerpunkten referierten Frau Knape, Pflegedirektorin der Beelitz-Kliniken GmbH, und Frau Dr. h.c. Schumacher über
- Rehabilitationspflege
- Fortbildungsthemen für nichtärztliches Personal in der Versorgung von Rehabilitationspatienten
- Und den Aufbau einer strukturierten berufsbegleitenden Weiterbildung Rehabilitationspflege
Um einen Eindruck in die unterschiedlichen Modelle der Ausbildung in den Gesundheitsfachberufe in Deutschland zu gewinnen, wurden zum Abschluss im Rahmen des Vortrags "Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenschwester mit Staatsexamen versus Grundständiges Studium Pflege mit Bachelorabschluss" die verschiedenen Ansätze präsentiert, verbunden mit einer Kurzeinführung in die Details der sog. Bologna-Erklärung.
Der Idee gemeinsamer Gespräche, Veranstaltungen - und in der Zukunft gemeinsamer Projekte- entsprach die Veranstaltung ausdrücklich. Sie gehört zu den konkreten Umsetzungen der Inhalte des "Abkommen zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit der Bundesrepublik Deutschland und dem Bundesministerium für Gesundheit und soziale Entwicklung der Russischen Föderation über Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesen" vom 15.07.2010.
pm dt.-russisches Gesundheitsabkommen
Eine Fortsetzung dieser zielgruppenspezifischen Veranstaltung ist innerhalb der 10. Jahreskonferenz des KMF in 2011 geplant. Themen entsprechend der Schwerpunkte des Abkommens wurden von russischer und deutscher Seite vorgeschlagen und in einem Detailgespräch mit dem stellvertretenden Gesundheitsminister zum Ende der Konferenz bereits abgestimmt.
Ein besonderer Dank an dieser Stelle Allen, die diese Veranstaltung ermöglicht haben- besonders auch der B. Braun-Stiftung für Ihre finanzielle Unterstützung.

IV. Kooperationen im Bereich der Fortbildung – ein Bericht über ein Seminar in St. Petersburg
Von Dr. med. Dr. PH Timo Ulrichs, Leiter der Tuberkulosesektion des KMF
Ziel des Seminars, das im Rahmen der Zusammenarbeit in Epidemiologie und Public Health stattfand, war eine Vertiefung der Partnerschaft zwischen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, dem Koch-Metschnikow-Forum Berlin (KMF) und der Metschnikow-Akademie in St. Petersburg im Bereich der Fort- und Weiterbildung.
Am Abend der Ankunft in St. Petersburg wurde anlässlich eines Treffens mit dem Rektor der Metschnikow-Akademie, Prof. A. Shabrov, und dem Leiter der Internationalen Abteilung, Prof. O. Vasiliev, der dreiseitige Agreement Letter unterschrieben. Er enthält detaillierte Angaben zu den inhaltlichen Feldern einer Zusammenarbeit auf den Gebieten von Epidemiologie und Public Health und ist die erste Vereinbarung des KMF im Rahmen des deutsch-russischen Gesundheitsabkommens.
In den folgenden Tagen wurden im Rahmen eines wissenschaftlichen Seminars verschiedene Aspekte von Public Health vorgestellt. In diesem Rahmen konnte Prof. Krämer auch Definitionen und strukturelle Inhalte der Public-Health-Ausbildung in Bielefeld vorstellen. Von den russischen Beiträgen sind besonders hervorzuheben die Beiträge von Prof. V. Luchkevitch zu Umbaumaßnahmen des russischen Gesundheitswesens (health care system in transition) und von Prof. V. Chashtchin zur Gefährdung von HIV-Patienten durch Umweltschadstoffe.
In ersterem Vortrag wurden die Pläne der russischen Föderalregierung dargelegt, eine möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen sicherzustellen. Die Finanzierung solle über eine öffentliche und über eine freiwillige private Versicherung sichergestellt werden. Die Abschaffung der Polikliniken auf Anraten US-amerikanischer Experten in den 90er Jahren sei ein Fehler gewesen. Ein Präsidentenprogramm sehe ihre Wiedereinführung vor und die freie Wahl derselben durch Patienten.
In einem Gespräch mit den Leitern des Studienganges MPH an der Metschnikow-Akademie konnte eine Zusammenarbeit bei der Angleichung der Studienleistungen im Bereich Public Health besprochen werden. Ziel der Zusammenarbeit ist langfristig die Etablierung von joint master studies mit dem wechselseitig anerkannten Abschluss Master of Public Health (MPH).
Zunächst soll das Curriculum der Metschnikow-Akademie vor dem Hintergrund der Akkreditierung von Masterstudiengängen in Deutschland evaluiert werden. Bis zum 01.09.11 muss die Metschnikow-Akademie (Prof. Chashtchin) ein endgültiges Curriculum dem Föderalen Gesundheitsministerium vorlegen. Bis dahin soll eine deutsch-russische Arbeitsgruppe an den Inhalten der MPH-Ausbildung arbeiten.
Als weiterer Schritt soll eine regelmäßige Zusammenarbeit in Lehre und Ausbildung etabliert werden, indem die Inhalte der Vorträge und Vorlesungen der beiden Besuche (Dez. 2009 und Feb. 2011) in das laufende MPH-Curriculum eingebaut und regelmäßig angeboten werden sollen. Die Lehrinhalte sind ein gutes Beispiel für Fort- und Weiterbildungsbemühungen, da die MPH-Ausbildung vornehmlich von fertigen Ärzten und Verwaltungsbeamten des Gesundheitsbereiches angestrebt wird.

KMF NACHWUCHSFÖRDERUNG

"Neue Samen säen" - Warum die deutsch-russische-Modernisierungspartnerschaft ohne junge Leute einschlafen wird
Von Prof. Dr. Helmut Hahn und Martina Merten
Ein wichtiges Anliegen des KMF ist die Heranbildung von gut ausgebildetem Nachwuchs. Es ist davon auszugehen, dass die Problemfelder der Zusammenarbeit noch über viele Jahre bestehen bleiben. Um diesen Herausforderungen auch in Zukunft gewachsen zu sein, benötigen wir entsprechend kompetenten, talentierten Nachwuchs.
Das KMF hat diesen Aspekt seit seinem Bestehen mit berücksichtigt: allein im letzten Jahr konnten 15 Austauschstudenten von der Nachwuchsförderung des KMF profitieren.
Navigationspunkt: Erfahrungsbericht
Florian Marx, freier Mitarbeiter des KMF und ehemals Geförderter, hält die Nachwuchsförderung für einen elementaren Bestanteil der KMF-Arbeit. Marx hatte sich 2005 im Rahmen seines Stipendiums der Studienstiftung des Deutschen Volkes u.a. mit dem Thema "cross border spread of infectious diseases" beschäftigt – ein Thema, das im Zuge der 2004 erfolgten Osterweiterung zunehmend an Brisanz gewann, sagt der heute Dreißigjährige. Dr. med. Timo Ulrichs, Leiter der Tuberkulosesektion des KMF, war es damals, der Marx fragte, ob er im Sinne des KMF bereit sei, rund um das Thema Epidemiologie und Kontrolle der Kindertuberkulose in Westsibirien Kontakte aufzubauen. Marx war bereit. "Ich hatte Enthusiasmus, etwas zu machen, Kontakte zu knüpfen und vor Ort über die Probleme der Tuberkulosekontrolle zu lernen", erinnert er sich.
Er verbrachte viel Zeit in Tomsk, um sich dem Projekt zu nähern und konnte mit Hilfe des KMF für seinen weiteren Lebenslauf nützliche Kontakte knüpfen, Kontakte, die er nur wenige Jahre später beispielsweise bei einem Praktikum bei der WHO in Genf vertiefen konnte. Hier erweiterte Marx sein Wissen über internationale Maßnahmen und Programme der Tuberkulosekontrolle im "Stop Tuberkulose Department". Es schien nur folgerichtig, dass Prof. Dr. med. Helmut Hahn zu seinem Doktorvater wurde. Nachdem Marx 2009 seinen Master of Science in Epidemiology an der London School of Hygiene and Tropical Medicine abgeschlossen hatte, begann er im Rahmen seiner ärztlichen Weiterbildung als Assistenz- und Studienarzt an der Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin zu arbeiten.
Nachwuchsförderung spielt für Marx eine zentrale Rolle – nicht nur, weil er selbst in den Genuss dieser Förderung gekommen ist. Er ist der festen Überzeugung, dass "die deutsch-russische Modernisierungspartnerschaft ohne junge Leute einschlafen wird". Warum? Über kurz oder lang werden junge Leute in die Ränge der Entscheidungsträger aufrücken, alte Verantwortlichkeiten werden sich ändern., Ohne neue Impulse von jungen Leuten, die bereit sind international Erfahrung zu sammeln und vor Ort Verantwortung zu übernehmen wird in Zukunft etwas Entscheidendes fehlen, ist sich Marx sicher.
Noch werde der Nachwuchsförderung aber zu wenig Platz eingeräumt. "Es bedarf mehr capacity building vor Ort, es müssen Trainings für die jungen Mediziner stattfinden, Sprachkurse angeboten und die Methodik der Wissenschaft vermittelt werden", fordert der angehende Tuberkuloseexperte. Viele der motivierten jungen Wissenschaftler kommen Marx zufolge aus Ländern mit niedrigen TB-Raten, diese Personen seien es auch, die an den internationalen Konferenzen teilnehmen. "Das muss sich ändern, wir brauchen mehr junge Vertreter aus high-burden-countries", fordert das KMF-Mitglied. Gerade in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion steige der Altersdurchschnitt der TB-Ärzte und –Wissenschaftler jedes Jahr, da Nachwuchs fehlt. Die Bezahlung der Ärzte ist schlecht und die Interessensverbändeleien groß. Vielen jungen Studenten fehlen nach Ansicht von Marx der Anreiz und die Vision, aufzusteigen.
Seine persönliche Vision sieht aus diesem Grund folgendermaßen aus: "Wir brauchen politische Formen des Trainings, beispielsweise Stipendien, durch die der Nachwuchs in Russland und Deutschland lernen und sich entwickeln kann." Diese Stipendien sollten allerdings von beiden Seiten, also von deutscher und russischer Seite, finanziert sein, schließlich ginge es nicht um Entwicklungshilfe, sondern um eine gleichberechtigte Förderung von jungen Menschen durch zwei starke Partner: Deutschland und Russland.
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KMF INTERNA

I. KMF präsentiert sich mit neuer Homepage

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2011 steht im Zeichen der Veränderung – zumindest für das KMF: so ist das Koch-Metschnikow-Forum im Januar nicht nur mit dem ersten KMF-Telegramm an den Start gegangen. Zeitgleich zur Herausgabe des zweiten KMF-Telegramms geht die deutsch-russische Wissenschaftsorganisation auch mit neuem Internet-Auftritt online. Schließlich war es dem KMF wichtig, nicht nur fachlich Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern diese fachliche Kompetenz auch zeitgerecht seiner Zielgruppe zu präsentieren.
In sechs Kategorien, die sich farblich voneinander unterscheiden, können User der Seite www.koch-metschnikow-forum.de künftig mehr über die deutsch-russische Zusammenarbeit erfahren. Angefangen bei Informationen zum KMF, dessen Geschichte, Struktur, Mitglieder und Sektionen, über laufende und künftige Veranstaltungen bis hin zu aktuellen Themen, Presseberichten und Informationen zur Nachwuchsförderung wird Interessierten auf der optisch ansprechbaren Seite alles geboten.
Wer einzelne Inhalte der letzten Telegramme vertiefen möchte oder sich diese noch einmal anschauen will, kann dies auf der rechten Marginal-Spalte der Homepage tun. Auch der Blog des Internationalen Projektmanagers am Medical Centre for Informationen and Analysis der RAMS kann auf der Internetseite des KMF abgerufen und kommentiert werden.
Um der Internationalität des Koch-Metschnikow-Forums gerecht zu werden, geht die Homepage sowohl in einer deutschen als auch in einer russischen Version an den Start. Geplant ist zudem, in Kürze eine englische Version anzubieten. Alles für die Freunde der deutsch-russischen Zusammenarbeit!
Zur neuen Homepage gelangen Sie hier.

II. Das KMF in Brüssel

In Brüssel (EU) besteht großer Bedarf an einer Vertiefung der Zusammenarbeit mit Russland. Leichter gesagt als getan. Es ist daher zu begrüßen, dass das KMF in Brüssel ein Zweigbüro angemietet hat, das die Gelegenheit bietet, EU-Abgeordnete mit Vertretern des KMF zusammenzubringen und in ruhiger Atmosphäre gemeinsam interessierende Gesundheitsprobleme zu diskutieren.
Die Büroadresse lautet:
Koch – Metschnikow Forum
c/o Berlin Partner GmbH
Square Ambiorix 13
B – 1000 Bruxelles
Ein erster Schritt in diese Richtung war bereits die Teilnahme des KMF am European Health Forum in Hofgastein im Oktober 2010. Auch in diesem Jahr werden Vertretern aus Russland und anderen zentralasiatischen Ländern in Hofgastein mit dabei sein.
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TERMINE DES KMF

1. James Nachtwey’s XDR TB Photo Exhibition

Termin:
24. März bis 12. April 2011
Veranstalter:
M'ARS Centre for Contemporary Art (mitfinanziert von Becton, Dickinson and Company, The Russian Healthcare Foundation, The Partners in Health, Global Business Coalition on HIV/AIDS, TB and Malaria et al)
Thema:
"Struggle to Live – The Fight against TB"
Ort:
M'ARS Centre for Contemporary Art, Moskau, Russland

2. Rettungswesenkonferenz

Termin:
6. April bis 8. April 2011
Ort:
Krasnodar, Russland

3. Innovative Verfahren in der Medizin

Termin:
18. April 2011
Ort:
St. Petersburg, Russland

4. Mitgliederversammlung KMF Anfang April

Termin:
April 2011
Veranstalter:
KMF
Thema:
Programmplanung 2011, Bericht des Schatzmeister, Entlastung des Vorstands, neue Sektionen
Ort:
Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin

5. Eröffnung des Deutsch-Russischen Wissenschaftsjahres

Termin:
Ende Mai
Ort:
Moskau, Russland

6. University Medicine 2011 – Challenge and Advance

Termin:
Mai/Juni 2011
Ort:
Moskau, Russland

7. Seminar für klinische Nephrologie

Termin:
25. Mai 2011
Ort:
Kyzyl, Russland

8. Gemeinsame Tagung der RAMS, Sibirischer Zweig, mit Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Termin:
13. Juni bis 16. Juni 2011
Ort:
Novosibirsk, Russland

9. Allrussische Konferenz

Termin:
20. Juni bis 25. Juni 2011
Ort:
St. Petersburg, Russland

Der KMF-Blog

New Leaders: High Time Things Changed

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Von Konstantin Chebotaev, Internationaler Projektmanager am Medical Centre for Information and Analysis an der Russian Academy of Medical Sciences
Early 2011 is turning out quite eventful for the Russian medical informatics community. The two "D”s are on everybody’s lips: Mr. Dubinin and Mr. Dedov. One can’t help but wonder what changes those two will bring about in the state policy sector. Neither has held the position long enough yet. Both claim they will do their best. What does that mean in practical terms?
From March 1, 2011 Ivan Dedov is the new President of the Russian Academy of Medical Sciences (RAMS). Voted for by 348 Academy members against just 10 in the opposition, the 70-year old Head Endocrinologist of the Ministry of Health succeeds Mikhail Davidov, Director of the Scientific Oncology Center. The new leader stated that the primary accent will be on high technology, fundamental research and capacity building. There was no other contender in this election.
Coupled with the fact that the elections placed the current Minister of Health Tatjana Golikova in the Academy’s Executive Board (pro bono), I would say that the power joust Ministry vs. Academy is finally over. This opposition goes years back. In 2006 Mr. Dedov ran for RAMS President but was voted down. A year later the Ministry tried to inject their officials into RAMS administration but was vehemently opposed by academics. On the other hand, the list of institutions under RAMS is approved by the Ministry itself, and not always to RAMS advantage.
I wish it all boiled down to just politics. RAMS with its 52 scientific centers and universities across the country is funded directly from the State Budget, the bulk of financing goes to scientific research. While this is supposed to be a good thing, the Academy has been criticized for chronic underachievement. Be the judge of it, ELSEVIER-based SCIMAGO rates RAMS 668th amongst the scientific orgs on the planet, in tangible terms it is under 3% of the world’s medical science publications. National Science Foundation of the USA scans the past decade and RAMS emerges with just 20 (!) high citation index articles. That places the Academy 1109th out of 4339. According to the Federal Service of Financial and Budgetary Oversight, in 2009 the inefficiencies in scientific research budget utilization amounted to $16 ml. The list goes on.
Similar dissatisfaction is voiced regarding research carried out under the Ministry itself. Complaints that some-lovely-where else science is funded well don’t cut it anymore – we excel at making any amounts of money disappear, big or small – in 2009 the State spent $200 ml. on 1536 scientific research projects with the staggering outcome of just 2 software products, and even those were not properly patented.
Carrots obviously didn’t work, the sticks then? The country has had enough - several Ministries passed laws that are meant to whip academics into proper action. In the Ministry of Health terms, it is the Federal Laws 738 and 770 from August 2010 that will sort all its medical educational and scientific establishments into three groups – advanced, average, and weak. The main criteria are publication activity (WOS, Scopus and the Russian Scientific Citation Index), innovation potential and creation of intellectual property. Far from a three column write-off, the laws are an algorithm that will snap the weak out of the budget while enhancing support for stronger players. In 2011-2012 a designated Committee plans to shut down the Ministry’s underachievers altogether, about a third of the total scientific capacity. Individual scientists are under the microscope as well.
Another concern is international representation of our scientific press. The SCI counts less than 200 of the Russian journals, 11 of them medical. Out of more than 2000? Russia’s own SCI has good news though: the highest impact factor in all medical press is the journal "Physician and Information Technologies.” Our field. Here’s to that.
Which brings me around to Vadim Dubinin – the new face of the Department of Informatization, the designated IT structure within the Ministry of Health. Appointed January this year, this 48-year old specialist has extensive technical IT background. Originally from Samara region, Mr. Dubinin has worked both in the private and the state education sectors. No food for fodder yet, so far the main concerns he is facing are updates of Russian IT Strategy in Medicine, the document has been found a legion of faults with in its previous renditions. I am staying optimistic – getting feedback from our community is definitely a priority with the newly-appointed Head of the Department. Most recent coverage – his participation in the monthly health IT WGs by RAMN January and February 2011, YouTube link: http://www.youtube.com/watch?v=1Nak0WWlo2k (courtesy MIATS RAMN, www.mcramn.ru)
Konstantin Chebotaev,
Head of International Department,
Medical Centre for Information and Analysis of the Russian Academy of Medical Sciences (MIATS RAMN)
Of. mob.: +7 (903) 2051457
e-mail: konstantin.chebotaev@gmail.com
Web: www.mcramn.ru
Skype: konstantin.chebotaev
Das nächste KMF-Telegramm erscheint Ende Mai 2011.

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